Nala im Mondlicht

Nala schwang sich auf einen Ast und sah zu, wie die Sonne in die Erde tauchte. Ein kühler Windstoß ließ die Blätter des Baumes tanzen und vergaß zugleich nicht, auch Nalas Haare zu streicheln. Es wurde kalt. Der Mond stieg erhaben auf und blickte fürsorglich auf die Welt. Seine Freunde, die Sterne, suchten in seinem Licht ihre Patenkinder und erhellten deren dunkel erscheinenden Weg. Was hatten diese Wesen nur Angst vor der Nacht? Der Mond hatte aufgehört darüber nachzudenken. Zu lange hatte ihn die Suche nach einer Antwort verletzt. So viel Unheil brachte die Nacht mit sich. Mehr, als ein Mond zu ertragen fähig ist.
„Ich bewundere dich, mein Mond“, flüsterte Nala dem Wind zu und horchte, wie dieser ihre Worte zum Mond hinauf trug. „Ich bewundere deinen Mut und deine Kraft. Jede Nacht nimmst du dir vor, hell zu leuchten und den Wesen auf dieser Welt die Angst vor dem Dunkeln zu nehmen. Wir Wesen leiden gerne in deiner Gesellschaft. Es ist, als würdest du mit der Nacht, auch unser Inneres erhellen und uns das sehen machen, was die schöne Sonne uns verblendet.“ Nala schloss die Augen und spürte, wie der Mond mit einer sanften Brise antwortete. „Ihr Wesen seid gut im Kern. Das macht euch leiden. Und das Leiden, meine Nala, das Leiden schmerzt und kann bei manchen Wesen nur mit einem schwarzen Mantel erstickt werden. Das Leiden, meine Nala, das Leiden macht manche Wesen schlecht.“ Ein Seufzer wanderte durch die dunkle Welt und unterbrach die Stille. „Nichts ändert sich im Dunkeln. Nichts… Alles bleibt gleich. Alles… Ich leuchte am Stärksten für die Schwächsten. Ich leuchte am Hellsten, für die Dunkelsten. Ich leuchte, um euch euren guten Kern zu zeigen. Ich leuchte, damit ihr Wesen nicht mit der  Sonne untergeht.“ Es wurde dunkel. Wolken versteckten den Mond und schützten ihn vor ungeduldig gierigen Blicken kranker Seelen. Nala streckte ihren Arm aus und streichelte den Wind. „Mein Mond, ich warte jeden Tag sehnlichst auf dich. Du bist, was mein sein soll. Ich bin, was dein sein soll. Du lässt mich mich erkennen. Lass mich dich dich erkennen.“ Der Mond erhob sich schwach aus dem Wolkenbett und atmete tief ein. Er liebte diese Wesen. Diese Liebe macht ihn stark. Sie zerrte zu Zeiten an seinem Geiste. Sie ließ ihn weinen. Was hatte ihn wieder rein lieben machen? Er wusste es genau. Wesen. Diese Wesen. Sie liebten ihn. Nala liebte ihn. Sie brauchten ihn. Nala brauchte ihn. Sie sorgten sich. Nala sorgte sich.
Ich schenke dir Erkenntnis und du, mein Kind, du schenkst mir Sinn.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s