Komisch, übermüdet, durch 

Lieber Gerd,

Nenn‘ mich komisch, übermüdet, durch – aber es gibt etwas, das ich dir sagen möchte. Ja, dir, meinem imaginären Tagebuch. 

Danke, dass es dich nicht gibt. Danke, dass du imaginär bist. Danke, dass du Gerd heißt und ich nichts und niemanden mit diesem Namen in Verbindung bringen kann.

Ich brauche dich als einen Freund, der nichts ist, als weißes Papier, das meine in Tinte gekleideten Gefühle aufsaugt und mir schwarz auf weiß vor meine blinden Augen hält. Ich brauche dich als einen Freund, der mir weder zuhört, noch antwortet, mich nicht versteht und mir nichts zu verstehen gibt. Ich brauche dich als einen Freund, der nur nimmt und niemals gibt, der nie nach einem fragt und keine Antworten auf Fragen hat. 

Ich brauche dich als einen Freund, der auf alle Ewigkeit stumm bleibt, unerreichbar; einen Freund, der weder gestern, noch heute oder morgen -niemals- existiert.

Du machst das toll, Gerd. Das muss ich dir lassen. Spielst dich nicht auf, übertreibst nicht deine Rolle, bist und bleibst imaginär. Good Job. Weiter so.

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