Kullern

Er sitzt mir gegenüber. Streicht sich über seine Haare und rollt die Augen. Das tut er oft. Sich durch die Haare streichen und die Augen rollen. Nicht immer gleichzeitig. Auch nicht immer hintereinander. Manchmal nur das eine und ein anderes Mal das andere. Aber gerade tut er beides. Sich durch die Haare streichen und die Augen rollen. Ich lächele. Zumindest jetzt. Manchmal nervt es mich, wenn er das tut. Nicht unbedingt das sich durch die Haare Streichen. Aber das Augen Rollen. Ja, das nervt mich manchmal. Sprich dich doch aus, denke ich dann, schrei’, stöhn kurz auf, schnaube, blubbere verlegen – gib einen Ton von dir, aber roll nicht deine Augen, denke ich dann. Die kullern auch ohne, dass du sie rollst, deine Kulleraugen. Ja, so denke ich manchmal. Aber gerade muss ich lächeln und ich kann gar nicht sagen wieso. Vielleicht, weil er mich manchmal an ein kleines Kind erinnert, das nicht weiß, was es sagen oder tun soll und den Auslöser in aller Überforderung und Verlegenheit banalisiert, die Augen rollt. Ach, ich weiß nicht, wieso, aber ich muss lächeln. Streich dir nur durch deine Haare und bring deine Kulleraugen zum Kullern, denke ich. So beides gleichzeitig, das ist ganz herzallerliebst. Zumindest jetzt. Und jetzt ist gerade und gerade ist alles gut, denke ich und kullere mit.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s