Kann

I’ve been upside down, I don’t wanna be the right way round, can’t find paradise on the ground

Lieber Gerd,

ich habe es geschafft – keine Ahnung, wie, aber ich habe es wirklich geschafft. Es ist April. Die Sonne, sie strahlt mich an, wie der Vater das Kind, das zum ersten Mal ‚Papa’ sagt. Es duftet Blumen, Gegrilltes, frisch gemähtes Gras, Frühling. Ich kann es kaum glauben, Gerd. Ich habe diesen grauen, kalten, einsamen Berlin-Winter überlebt. Es wird endlich wieder heller, wärmer. Jetzt habe ich keine Angst mehr zu weinen. Ich kann es endlich tun, ohne mit dem Blick aus dem Fenster immer tiefer in das Meer meiner Tränen gezogen zu werden. Ich kann weinen und mich von der Schönheit des Frühlings trösten lassen. Ich kann weinen und mich mit einem Blinzeln in die Welt ans wundervolle Leben erinnern. Ich kann weinen. Um sie, die so wichtig für mich war, dass ich fast jede freie Sekunde mit ihr verbrachte und irgendwann den Grund für unser ständiges Zusammensein vergas, taumelnd in Selbstverständlichkeit. Ich kann weinen. Um sie, die ich so vermisse. So, so vermisse. Ich kann weinen. Ich kann. Kann. Und dabei bleibt es. Bei kann. Kann.

All we do is lie and wait, all we do is feel the faith
-Oh Wonder-

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