Komm‘ endlich klar

Wovor hast du Angst? Oder ist es Übermut? Stolz? Arroganz? Du findest mich klug – und weiter? Du findest mich schön – und weiter? Du findest mich witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend – und weiter? Verfickte Scheiße und weiter? Ich habe keine Lust auf rosaroten Plüsch-Kitsch und ich will nicht, dass man um mich kämpft, mich umgarnt. Darum geht es nicht, ok?! Ich will keinen Prinzen auf einem Pferd, sondern jemanden, der mutig genug ist, von seinem hohen Ross zu steigen und sich einzugestehen, dass er verdammt noch einmal Schiss hat, verletzt zu werden. Was bringt dir deine Coolness, wenn du am Ende des Tages unterkühlt in deinem Bett liegst? Sieh mich an, wenn ich dich in meinem Kopf anschreie! Ich bin mehr wert, als dein Wechselspiel von Nähe und Distanz! Du sagst es doch selbst. Ich bin klug, schön, witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend. Und weiter? Ich sag’ es dir: Wenn du bei etwas voll ins Schwarze getroffen hast, dann bei deiner Erkenntnis darüber, dass ich viel bin. Viel, aber nicht abhängig von dir. Von Nähe – ja. Liebe – ja. Schutz, Geborgenheit, Wärme, Sorge – ja. Aber nicht von dir. Reite weiter, ja? Wenn du dich beeilst, triffst du die ganzen anderen Wanna-be-Macho-Prinzen und ihr könnt darüber streiten, wer am Besten seinen Traum von Menschen auf Abstand halten kann. Vielleicht müsst ihr erst einmal euer Echo hören, um zu realisieren, was ihr da eigentlich verspielt. Es geht um kluge, schöne, witzige, eloquente, geheimnisvolle, leidenschaftliche, anziehende Träume von Menschen – wie mich. Nenn’ mich eingebildet. Ich bleibe bei den Worten meiner liebsten Mondsichel: Ich bin selbstbewusst, nicht eingebildet. Ich weiß, was ich wert bin. Viel. Ja viel. Und ich wünsche dir, dass du dir deiner selbst auch irgendwann einmal bewusst wirst und diese elende Maskerade sein lässt. Die Welt dreht sich nicht um dich, Schätzchen, so gut sich dieser Gedanke auch anfühlt. Komm’ endlich klar.

7 Kommentare zu „Komm‘ endlich klar

  1. Weißt du was mich an Komplimenten beengt?
    Es liegt keine Güte darin einen Menschen für seine Schönheit zu lieben.
    Das mag noch so harsch klingen aber ich halte es für wahr.
    Woran macht man sich schon verdient wenn man jemanden um seine Stärken liebt?
    Und was passiert dann sobald man diesem Höhenrausch nicht mehr gerecht wird?
    Wichtiger als miteinander fliegen zu können ist dass man zusammen fallen kann.
    Eigentlich stinken wir alle vor Angst und huschen durch den Schatten,
    damit man ja all die wunden Stellen nicht sieht,
    über die ohnehin niemand sein Auge streichen will.
    Schönheit ist immer auch eine Maske um die Angst für einen Moment lang aufzuheben.
    Und es wahrlich nicht leicht jemanden für seine Schwächen zu lieben.
    Ich wünschte wirklich es wäre einfacher aber das ist es nicht.
    Es kostet sogar einen ganzen Arsch an Geduld nicht alles was schön ist,
    aus einem Menschen herauszuschneiden und sich ins Herz zu legen
    und alles andere in die Hoffnung fallen zu lassen,
    sich nie damit auseinandersetzen zu müssen,
    was dort seinen Anfang nimmt wo das Lächeln endet.
    Ich glaube wahre Liebe und auch Freundschaft,
    da mache ich gar keinen großen Unterschied,
    beginnt niemals mit Gefallen sondern immer mit Verzeihen,
    wenn man jemanden sieht und sich denkt,
    ich kenne deine Angst und beide wissen es,
    ohne dass Einer etwas sagen muss.
    Wenn man sich nackt vor dem Anderen fühlt
    und endlich mit diesem beschissenem Stolzieren aufhört,
    weil man durch all unseren Bullshit hindurchsieht
    und einander liebt für das was wir sind,
    verzieht was wir nicht wagen zu sein
    und nicht gesagt bekommen sondern fühlen,
    dass wir nicht blenden müssen um geliebt zu werden.

    Und was mich besonders ankotzt,
    bevor irgendjemand das für dich,
    gegen alle Wahrscheinlichkeit tun kann,
    musst du es für dich selbst tun
    und anfangen ein paar Mauersteinchen an Stolz abzutragen.

    Und jetzt überlege ich mir noch ob ich mir das selbst glaube.

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    1. Etwas oder jemanden schön finden hat in meinen Augen nicht viel mit seinem Aussehen zu tun. So, wie sich mir der Mensch zeigt, was er sagt, macht, denkt – das macht ihn schön; oder eben nicht. Jemand kann ein von der breiten Gesellschaft als „attraktiv“ empfundenes Äußeres haben – wenn sein Inneres nicht schön ist, sehe ich das nicht. Genauso umgekehrt kann jemand, der von der breiten Gesellschaft als „unattraktiv“ empfunden wird, unfassbar schön sein, wenn sein Inneres es ist. Ein Freund sagte mir mal, er möge die Beschreibung „schön“, denn die fühle er. Ich habe anfangs nicht verstanden, was er meint, aber mittlerweile ist es so klar für mich. „Schön“ sieht man nicht, man fühlt es.

      Gefällt 2 Personen

      1. An das Aussehen dachte ich dabei gar nicht. Dennoch finde ich auch das schwierig. Ich kann jemanden sehr wohl für sein Äußeres schön finden.
        Immerhin habe ich keine Tomaten auf den Augen.
        Warum soll ich das auch verleugnen?
        Oberflächen sind einfach und beruhigend. Manchmal ist es erleichternd wenn etwas so seicht ist.
        Ein Mensch darf ruhig schön sein
        und vielleicht ist man dafür gerade als Mann empfänglich.
        Was ich eher empfinde ist dass um äußere Schönheit zu viel Aufhebens gemacht wird. Es ist dir eben angeboren oder eben nicht.
        Es ist ein Attribut aber kein Verdienst.
        Schönheit bringt einen vielleicht dazu sich jemanden zu nähern,
        aber das Innere bewegt uns dazu zu bleiben. Schönheit ist ein Lockruf der Natur und der Sexualität.
        Daran ist nichts falsch aber Verbundenheit findet man in der Seele.

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      2. Ich widerspreche dir auch gar nicht.
        Aber ich habe da eine kleine Anekdote.
        Eine Zeit lang versuchte ich das Äußere eines Menschen gezielt zu übersehen. Ich dachte dass ich meine Zuneigung daran irgendwie bereinigen könnte, wenn ich so etwas ausschließe. Bis ich etwas von einem Blinden lernte, mit dem ich mich etwas anfreundete. Der Sack kann nämlich niemanden an seinem Äußeren festmachen. Geht ja in seinem Fall nicht.
        Ich war aber verblüfft dass der eben nicht weniger oberflächlich ist als andere. Er nimmt eben nur anders wahr. Aber weder ist er als Mensch besser oder schlechter. Das gab mir damals irgendwie sehr zu denken.
        Ich klammerte das Aussehen wohl nur aus, weil ich Angst vor der eigenen Oberflächlichkeit hatte.
        Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Das Äußere wird sicherlich überschätzt aber man muss es nicht verleugnen. Das halte ich sogar für einen Fehler.

        Das Ehrlichste was ich dazu sagen kann, ist dass die Dinge schwieriger werden, wenn man nach einer schönen Seele sucht. Ein hübsches Gesicht ist leichter aufzutreiben.
        In gewisser Weise beneide ich Menschen die so oberflächlich sind.

        So doof das auch klingen mag.

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