Süß, süßer – Baklava

Jedes Jahr werden nach dem Fastenmonat Münder und Seelen versüßt – mehr und bewusster, als bei „normalen“ gegenseitigen Besuchen, wie ich finde 🙂 nach meinem Umzug in meine erste eigene Wohnung, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben zum Verzuckern einladen können. Es war ein Fest!! 🙂 Da ich viel vorhatte, ging es für mich schon kurz vor sieben Uhr früh aus dem Haus, um meine Einkäufe zu erledigen. Eigentlich wollte ich das schon ein Tag vorher machen, aber Brudi war beim Zahni und da wollte ich ihm in seinem Aui zur Seite stehen 😉 Ich also um kurz vor sieben zum Einkaufen raus – natürlich total mit dem Gewicht des Gekauftem verschätzt und mit gefühlt 50kg wieder zurück in mein Puppenhäuschen getorkelt (hier muss ich echt Werbung machen: diese Tragetaschen vom schwedischen Möbelladen sind wahre Schätze! Was die nicht alles aushalten!!).

Zu Hause angekommen, ging es dann los – ich stand bis knapp 17 Uhr in der Küche und backte und backte und backte und – hach, es war so wundervoll! Unter anderem, weil ich es liebe, neue Dinge auszuprobieren. Das mache ich meistens immer dann, wenn ich für liebe Menschen etwas zaubern möchte. Wenn man sich das mal genau überlegt, ist das nicht so prima Timing; aber ich brauche wohl den Nervenkitzel 😉 So auch bei meiner Mission: Baklava… Und weil es wirklich gut lief und super schmeckte, dachte ich, teile ich das Rezept mit Euch.

Achtung, fertig, ran an die Butter 🙂

 

Was Ihr braucht:

150 Gramm Haselnüsse (Ihr könnt auch Walnüsse nehmen, wenn Ihr die lieber habt)

50 Gramm Pistazien, UNGESALZEN (gerne könnt ihr die Menge von den zwei Nusssorten nach Gusto verändern. Pistazien sind super lecker, aber auch teurer…)

100 Gramm Mandeln, gemahlen und geschält

200 Gramm Zucker

¼ TL Zimt – ich hatte das mal in einem Rezept gelesen, aber wenn ich ehrlich bin, schmecke ich den Zimt nie raus bzw. verbinde ihn auch nicht mit Baklava… Ich würde sagen, man kann ihn weg lassen, wenn man möchte oder ruhig mehr in die Mischung geben, wenn man den Geschmack mitbekommen will.

250 Gramm Butter

450 Gramm Yufka Teig – den kann man im Kühlregal in Geschäften finden, die überwiegend türkische Produkte verkaufen. Manchmal steht auch auf der Verpackung: für Baklava. Sind meistens 500 Gramm Packungen, was oft 25 Teigblättern entspricht; wir brauchen 20.

125 ml Honig – ich habe Blütenhonig verwendet. Ich liebe den Geschmack. Man kann den Honig auch weglassen und mit Zucker ersetzen.

150 ml Wasser

Saft einer halben Zitrone

25 g Pistazien zum Verzieren – sind nicht in den 50 Gramm oben miteinkalkuliert! Insgesamt braucht Ihr also 75 Gramm 😉

 

Und so geht’s:

  1. Die Butter im Topf schmelzen und abkühlen lassen.
  2. Eine ofengeeignete Backform mit Butter bepinseln (gerne auch mit der Geschmolzenen) und den Backofen schon einmal einschalten: 200 Grad / 180 Grad bei Umluft.
  3. Die Nüsse, wenn nötig, grob zerkleinern (ich habe das tatsächlich mit dem Messer gemacht… Seid schlauer und nutzt Euren Mixer!), 4 EL von den 200 Gramm Zucker und den Zimt vermengen und in drei Becher aufteilen.
  4. Jetzt müssen die Yufkablätter zurecht geschnitten werden. Dafür rollt Ihr sie auf der Tischplatte aus und legt die Backform umgedreht auf den Stapel. Mit einem scharfen Messer schneidet Ihr jetzt um die Form herum. Wenn ihr, so wie ich, eine runde Form nehmt und diese zu groß ist, hebt einfach den abgeschnittenen Blätterteig auf. Wir nutzen ihn einfach später, um die freien Stellen abzudecken. Hier schon einmal ein Tipp: ich dachte, dass das Schneiden des fertigen Baklava sehr schwer werden könnte, wenn es eine „zusammen geflickte“ Ecke gibt. Deswegen habe ich die Blätter im Routineverfahren ausgelegt: also so, dass nach jeder Schicht eine andere Seite zusammen geflickt werden musste. Mal hatte ich unten zu wenig Teig und musste nachlegen; in der nächste Runde dann oben – danach links und rechts, u.s.w. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine 😀 Wenn nicht, feel free to ask 😉
  5. Jetzt kommt der buttrige Spaß: Ein Yufkateig in die Form legen (wenn nötig, mit den „Resten“ vervollständigen) und mit dem geschmolzenen Butter bepinseln. Diesen Vorgang viermal wiederholen, sodass am Ende 5 buttrige Schichten in der Form liegen. Jetzt eines der Nussbecher auf die obersten Schicht ausleeren und gleichmäßig verteilen. Nun geht der Spaß von vorne los: Nacheinander fünf Blätter in die Form legen, jedes mit Butter bestreichen und den zweiten Nussbecher entleeren und verteilen. Das macht Ihr jetzt ein letztes Mal noch, bevor dann die Endschicht von fünf eingefetteten Blättern bebuttert wird.
  6. Jetzt greift nach einem Messer und schneidet den Teig, so wie ihr ihn am Ende gerne servieren möchtet: kleine Vierecke, Rauten, Rechtecke. Wie Ihr es schön findet. Ich habe eine runde Form genommen, weil ich unbedingt eine Schneideart ausprobieren wollte, die ich mal online gefunden habe. Wenn Euch das gefällt, hier ist die tolle Anleitung, die ich gefunden habe:
  7. Baklava-schneiden
  8. Jetzt kommt die Form in den Backofen. Nach 20-25 Minuten müsste das Baklava fertig gebacken sein. Schaut aber immer mal wieder nach! Nicht nur die obere Fläche muss goldbraun leuchten, sondern auch die unterste Schicht muss durch sein! Wenn die Bräune stimmt, unten aber noch wabbelig ist, legt einmal Alufolie über die Form aus. So vermeidet ihr, dass die Oberfläche dunkler wird.
  9. In der Zwischenzeit das Zuckerwasser erstellen. Dafür den restlichen Zucker mit dem Honig und dem Wasser vermischen und aufkochen lassen. Seid Ihr Zimt-Suchtis, gebt gerne noch etwas von dem Powergewürz rein. Immer wieder rühren, bis ein Sirup entsteht. Zum Schluss den Saft der halben Zitrone hinzugeben, den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
  10. Baklava aus dem Ofen nehmen, fünf Minuten abkühlen lassen. Jetzt den Sirup gleichmäßig über die Form gießen. Ich höre immer wieder, dass es wichtig sein muss, dass entweder das Baklava heiß und der Sirup kalt sein muss oder andersrum. Beides heiß oder kalt, ginge nicht. Meine Mama sagt, das sei Humbuck. Wichtig sei einfach nur, dass der Sirup nicht zu heißt ist. Ich selbst mache es so, wie oben beschrieben. Ich lasse den Sirup relativ auskühlen und schütte ihn dann auf das Baklava, wenn dieser fünf Minuten abgekühlt hat. Klappt immer 🙂
  11. Jetzt noch mit den restlichen Pistazien verzieren und voilà: Fertig ist die Zuckerbombe. Wer möchte, serviert sie mit einer Kugel Vanilleeis 🙂

 

 

Meine Freunde waren begeistert, obwohl mir ein kleiner Fehler unterlaufen war… Ich habe nicht auf die Menge Sirup vertraut und noch einmal eine Ladung aufgekocht. Mein Baklava ging im Zuckerwasser unter und ein. Aus knackigem Blätterteig, wurde weiches Oma-Essen. Ich habe vor Verzweiflung geweint und wollte das „Baklava“ gar nicht mehr anbieten. Meine Freunde bestanden aber darauf und ich muss zugeben, auch ich fand den Geschmack immer noch ziemlich, ziemlich gut… Aber wie genial wäre es denn bitte vor dem Desaster gewesen?… Das muss ich wohl noch einmal abchecken 😉 Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich vor der Katastrophe Bilder gemacht hatte. Danach sah mein Baklava nicht mehr halb so schön aus… 😉

So, aber genug jetzt: Ihr seid dran! 🙂

Ein Kommentar zu „Süß, süßer – Baklava

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