Lieblings Award und mehr

Liebe Alle und mit diesem Beitrag besonders:
Liebe Katinka,

ich dachte immer, ich schreibe, um Gedanken festzuhalten. Die Suche nach Bildern und Rhythmus sind jedoch stets eine Suche nach mir. Ich schreibe, um mich festzuhalten. Als gäbe es nichts und niemand anderen, der dies an meiner Worte Stelle tun könnte.

Mich festhalten. Mir Halt geben. Mich spiegeln und mich verzerren. Mich beleuchten. Mir Sinn geben. Mich sehen und mich verstummen lassen.

Ich schreibe, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wer ich bin. Weil ich es immer wieder vergesse. Immer wieder hinterfrage. Immer wieder leugne. Ich sein ist wirklich nicht leicht. Meine Texte helfen mir, mich an verschiedene Ichs zu erinnern. Das ist ein Fluch und Segen zu gleich. Denn während sie mir den Wandel meines Ichs zeigen, führen sie mir auch vor Augen welche Ängste, Sorgen und Verzweiflung bleiben. So wie vor einigen Tagen. Ich saß zwischen Freunden und Verwandten. Und fand das Leben wundervoll, mich jedoch nicht. So zwischen Abschluss und Berufseinstieg, zwischen Single-Sein und dem (ja, wirklich biologischen, instinktiven) Verlangen nach eigener Familie, zwischen Ende zwanzig und Anfang dreißig – zwischen Vergangenheit und Zukunft, da stecke ich mit Sorgen und Ängsten und Zweifeln, die bald schon ihren zehnjährigen Geburtstag feiern.

Unter Tränen las ich dann Deine Worte, Katinka. Wissend, mir selbst genug sein zu wollen und nicht die Bestätigung brauchen zu möchten, genoss ich Deine Sätze. Las sie immer und immer wieder. Erkannte meinen fast schon krankhaften Zwang, mich von allem lösen zu wollen, es jedoch erstens nicht zu können und zweitens nicht zu müssen. Zumindest nicht von Positivem, mich stärkendem, mich an mich erinnerndem. Wie meine Texte mich festhaltendem. Ich kann nicht mehr sagen, als danke. Danke, dass Du mich in einem langen Fall halten konntest. Danke für Deine Wertschätzung, Dein Da-Sein. Danke für Dich.

In Liebe,

Eure und mit diesem Beitrag besonders, Deine, Katinka,
Saide

4 Kommentare zu „Lieblings Award und mehr

    1. Liebe Anna, auf der einen Seite freut es mich so sehr, dass Du Dich in meinen Texten findest. Auf der anderen Seite wünschte ich, Du könntest die Dinge nur verstehen, aber nicht nachempfinden. Gleichzeitig tut es auch gut zu wissen, dass ich nicht alleine mit diesen Themen bin. The struggle is real. Und deswegen sollten wir es auch sein und raus aus dem rosaroten My Life Is Perfect Wahn steigen. 🙂 ich grüße dich herzlichst aus dem gerade sehr schön leuchtenden Berlin! Saide

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  1. Liebe Saide,
    ich bin so froh, dass du dich selbst wertschätzen kannst! Denn das solltest du! The struggle is SO real. 😉 Vielleicht ist es nicht nur ein Trost, sondern auch ein Mutmacher, dass viele Menschen Angst haben, sich sorgen und zweifeln, aber nicht aufgeben, sondern diese Erfahrungen später nutzen, um das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Sich selbst und seiner Umwelt sensitiv zu begegnen kann unheimlich anstrengend, aber auch wunderschön sein. Wie du sagst: Fluch und Segen zugleich. Aber letzteres überwiegt doch, oder? 😉
    Ich hab‘ dich lieb, Katinka ♥

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    1. Liebste Katinka,
      Manchmal denke ich, ist es eigentlich fast „nur Segen“, wenn die Sensibilität und mit ihr Liebe genauso an sich selbst gerichtet würde, wie an die Umwelt. Manchmal sind wir uns selbst eine so viel strenger*e und ungeduldiger*e Freund*in, als anderen. Umso besser ganz viel Herzlichkeit in den Menschen um sich herum zu finden; wie ich in dir. Deine dir noch immer sehr dankbare Saide, die dich fest ins Herz geschlossen hat. 💐

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