Luft – *Vertont*

Hallo Du,

die Textform, in der ich mich so hin und her bewege verändert sich stetig. Momentan fühle ich mich in einer besonderen Form des Schreibens zu Hause – eine Form, die in ihrer sprachlichen Performance ihre Kraft erzeugt. Nachdem ich jetzt einige Gedanken in diesem Stil aufgeschrieben und sie vertont habe, habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit meiner Stimme und den Texten macht. Ich versuche mich nun an einem Podcast-Konzept, in dem ich die Themen, die ich hier schriftlich bearbeite, aufgreife. Natürlich mit Vertonung meiner bestehenden und neu dazu kommender Texte, denn das Schreiben wird immer mein Schutzraum bleiben.

Die Planung braucht natürlich so seine Zeit, aber ich möchte Dir schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben – zumindest zu dem „Stil“, den ich oben beschrieben habe. Die folgende Aufnahme ist die Vertonung eines Textes, der den Alltag vieler Menschen beschreibt. Er ist in einer sehr emotionalen Situation entstanden – und aufgenommen worden, während ich krank war, was man an der einen oder anderen Stelle auch hört 😉 Ich freue mich, Deine Gedanken zu dem Text zu hören.

Jetzt aber genug Einleitung. Nun der Hauptteil und gleichzeitig Schluss.
Setz‘ Dich für einen Moment kurz hin. Wenn Du möchtest. Nimm‘ Dir Zeit. Wenn Du möchtest. Und hör‘ mir zu. Wenn Du möchtest. – mir wurde gesagt, die Texte im neuen „Stil“ hätten ein gutes Tempo drauf. Also, Augen zu und Ohren auf – wenn Du möchtest 🙂

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10 Kommentare zu „Luft – *Vertont*

  1. Liebe Saide,

    ich sitze hier vor diesem Fenster, habe Deine Zeilen gelesen, Deinen Text gehört und bin …. beeindruckt, tief … und sprachlos, … eigentlich … – aber ein paar Worte MUSS ich Dir doch schreiben:

    Das da oben ist einer der schönsten, anregendsten Poetry-Slam-Texte, den ich je gehört habe. Mein erstes Empfinden nach seinem Hören war, innehalten zu wollen, nachzudenken, ihn noch einmal in meinem Geiste auf mich wirken zu lassen. – Ich habe mich währenddessen dabei ertappt, dass einige Fragen, auf die Du, den Worten Deines Textes folgend, nicht mehr antworten magst, auch ich nach wie vor auf den Lippen habe, obwohl ich so viele Jahre lang mit Menschen anderer Kulturen und Herkunft zu tun hatte. Und sie wohl mitunter auch nach wie vor stelle, freilich ohne die Absicht Stereotypen bestätigt wissen oder gar zu nahe zu treten, verletzen zu wollen.

    Und weil das so ist, löst Dein Text bei aller Zustimmung, die ich sofort spürte, bei allem Verständnis und VERSTEHEN doch auch ein bisschen Verunsicherung aus.

    Diese Verunsicherung ist mir gerade sehr bewusst geworden, obwohl ich weiß, dass sie immer in und bei mir ist, dann, wenn ich einem Menschen begegne, von dem ich nichts oder wenig weiß, den ich aber gern ein bisschen , vielleicht auch ein bisschen mehr, kennenlernen möchte (oder auch, zum Beiuspiel beruflich bedingt und erforderlich, muss)

    Dabei siond mir Respekt, Rücksicht und Empathie immer wichtig. aber das genügt nicht, denn was und wie mein Gegenüber als „richtig“ oder falsch“ empfindet kann ich letztlich nur ahnen, nie aber wirklich wissen.

    Dein Text da oben regt mich sehr zu solchen, ähnlichen und noch weiter führenden Gedasnken an. Ich kann ihn mir wie einen Auftakt, wie eine Inspiration vorstellen für Gespräche in größerer Runde über das Umgehen miteinander.

    Sein Inhalt, seine Lyrik, sein Ausdruck, Deine Stimme, die das alles trägt, sind großartig. – Eine einzige kleine kruitische Anmerkung ist die, bei allem bewussten Tempo- und Rythmuswechsel beim Vortrag an manchen Stellen nicht etwas zu schnell zu werden – vor allem am Beginn, wenn der „nicht geübte Hörer“ sich noch ein bisschen hinenfinden muss, wird es so, wie es ist mitunter zu einer ziemliuchen Herausforderung folgen zu können.

    Sonst aber, liebe Saide, habe ich absolut nichts zu „meckern“. Grundsärtzlich schon mal gar nichts, denn ich bin , bei allem Interesse dafür, was Literatur, Poesie, Versrythmik gar, ein absoluter Laie. Und eigene Versuche geschehen isnsoweit immer nur ganz aus dem Bauch heraus.

    Hast Du eigentlich schon einmal daran gedacht, so einen Text tatsächlich öffentlich zu präsentieren?

    Und nicht nur diesen …

    Denn ich bin auf Deinem Instagram-account auf jenes englischspachige Liebesgedicht gestoßen, dass Du dort wohl gerade veröffentlicht hast. Das ist auf seine, andere Weise, auch ein kleines Meisterwerk. Das wollte ich Dir auch unbedingt noch sagen.

    Du bist sehr Poesie!

    Dankeschön, dass ich Dich lesen darf.

    Viele ganz freundliche und sehr liebe Grüße an Dich!

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    1. Lieber Sternflüsterer,
      ich weiß gar nicht recht, wo ich anfangen soll. Vielleicht am Besten dabei, Dir zu sagen, wie viel mir all das, was Du geschrieben hast, bedeutet! Ich bin ein Mensch, der nicht so gut nette Dinge über einen selbst oder Sachen, die man tut, hören kann. Also kannst Du dir vorstellen, wie schwierig es unter anderem für mich war, diese ganzen Zeilen zu lesen. Gleichzeitig konnte und wollte ich nicht wegschauen. Denn wenn es Menschen waren oder sind, die einem das Vertrauen zu einem selbst nahmen, dann dürfen es auch Menschen sein, die es einem wieder zurück geben. Und zu diesen meinen Vertrauen- gebenden Menschen gehörst Du. Ich danke Dir von Herzen.

      Zu dem Rest, möchte ich nicht viel sagen, außer zwei Dingen: einem Gedanken und einer Frage. Der Gedanke: Ich bin so glücklich und dankbar dafür, dass Du hier deine Unsicherheit teilst! Das sind genau die Gedanken, die ich anstoßen möchte. Die Verunsicherungen, die ich deutlich machen möchte. Und dass Du auf diese Art und Weise mit diesen Emotionen und Gedanken umgehst, zeigt tolle Stärke!! Ganz oft gehen Menschen auf Abwehrmodus: „Ich meine es nicht so.“ „Es ist nicht böse gemeint, nur Neugier.“ „Man kann auch alles übertreiben.“ …. Du sagst ganz ehrlich, dass es Dich verunsichert, weil Du es eben auch nur gut meinst und es Interesse ist, aber gleichzeitig lässt Du die Irritation zu. Das begegnet mir wirklich nicht so häufig! Das ist toll! Denn in diesem Moment trennst Du Deine Sprache von Dir selbst: Du merkst, dass Deine Sprache etwas bei anderen auslöst und hinterfragt werden kann, weißt aber auch, dass das in erster Linie nichts mit Deiner Person zu tun hat! Das geht in die Richtung meines Textes „Bittersüß“. Mehr möchte ich gar nicht sagen, sondern direkt mit meiner Frage weitermachen, die wäre: Darf ich Deine Gedanken in meinem Podcast verwenden, den ich zu diesem Text plane? Ich würde gerne die Dinge, die Du schreibst, aufgreifen und meine Sicht erläutern. Es geht lediglich um diese ersten Gedanken, die Dir beim Zuhören gekommen sind und die mir immer wieder begegnen. Dein Kommentar fasst sie ganz schön zusammen und er könnte zu einem schönen roten Faden für mich werden.

      ich überlege tatsächlich mit meinen Texten „aufzutreten“ und versuche gerade Kontakte in Berlin zu knüpfen. Das geht auch ganz gut hier, weil es hier eine tolle Szene dafür gibt 🙂

      Danke auch für die Rückmeldung zu „What am I“ – das Gedicht ist vor acht Jahren entstanden und ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie sich Textsorten und Stilrichtungen verändern. Früher habe ich nur in dieser „klassischen“ Gesichtsform geschrieben. Heute schreibe ich gar nicht mehr so sehr „gereimt“, sondern arbeite viel mehr mit Wiederholungen. … Schon spannend 🙂

      Ich freue mich immer, von Dir zu lesen und schicke Dir SonenSonneSonne – selbst, wenn es in Berlin nie so viel von ihr gibt, teile ich gerne 🙂

      Saide

      Gefällt 1 Person

      1. “ Und zu diesen meinen Vertrauen- gebenden Menschen gehörst Du. …“ – hmmm, das hat mich nun meinerseits ganz schön verlegen gemacht. Aber, wenn ich Dir das ein bisschen geben konnte, dann macht mich das doch sehr froh. In meinem Inneren wollte ich genau das …

        Deine Reaktion auf meinen Kommentar hat im Übrigen wohl ganz Ähnliches mit mir gemacht, wie mein Kommentar mit Dir. Mein Empfinden beim Lesen war sehr vergleichbar …

        Dass Du meine Gedanken für einen Podcast zu
        Deinem Text verwenden möchtest, musste ich erst einmal ein bisschen „verdauen“, liebe Saide“. Sie sind einfach so in mir entstanden als ich Deinem Text zuhörte, sie sind keine „Leistung“. Aber, ja, sie sind ganz meine, Und ich stehe zu ihnen. Und in mir ist eine stille aber doch große Freude darüber, dass sie bei Dir genauso angekommen sind, wie geschehen.

        Du darfst sie gern verwenden für den Podcast.

        Ich würde freilich gern wissen, wo der dann zu verfolgen sein wird. (Bei Instagram habe ich keinen Account, will eigentlich auch keinen – kann man sich denn da anmelden, auch, wenn man keinen hat oder will? – Youtube wäre schön …)

        Manchmal bedauere ich es, so sehr in der „Provinz“ zu wohnen, so weit weg, zum Beispiel von Berlin. Zwar wohnen die meisten meiner wenigen wirklichen Freund*innen dort, aber ich komme doch nur sehr selten in die Hauptsstadt, und dann ist IMMER viel zu wenig Zeit.

        Ich fände es schön, wenn Du tatsächlich eine Möglichkeit finden könntest, Deine Texte einmal einer Öffentlichkeit ganz unmittelbar vorstellen zu können.

        Wenn es mal so weit ist, würdest Du mich das dann wissen lassen? Vielleicht würde ich es zeitlich hinbekommen. Ich stelle es mir unsagbar interessant, bereichernd, und mich erdend vor, Dein stiller Zuhörer in einer unmittelbaren Atmosphäre sein zu dürfen …

        Dankeschön für Deine Wertschätzung meiner Gedanken.

        Liebe „ostseewellende“ Grüße an Dich!

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      2. Die Sache mit dem Podcast wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, zumal ich im Moment so viel arbeiten darf. Aber wenn das Projekt endlich online geht, dann natürlich auf einer Fläche, zu der man sich nicht anmelden muss. YouTube ist so eine Sache – ich finde die Platform „aggressiv“ und weiß nicht, ob ich mich da präsentieren möchte. Ich dachte an SoundCloud, iTunes, etc. Aber da gebe ich natürlich vorher Bescheid. Genauso auch, wenn sich hier in Berlin auf einer öffentlichen Veranstaltung etwas ergibt. Zu wissen, dass Menschen da sind, die einen „kennen“ (auf welche Weise auch immer) ist immer eine andere Art der Motivation. Beim Theater spielen war es für mich auch immer noch einmal ganz speziell, wenn ich wusste, dass ich ZuschauerInnen kenne.

        Es bleibt spannend… Schön, dass Du den Weg mit mir gehst!

        Einen wundervollen Sonntag wünsche ich Dir!

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  2. Verzeih, ich muss noch einmal schreiben. Eine aufrichtige Entschuldigung. –

    Für die unsagbar vielen Tippfehler in meinem Kommentar oben.. – Ich schreibe leider nur mit zwei Fingern, und meine Gedanken sind so oft so viel schneller als die beiden. Und durch Deine Texte „angefeuert“ waren meine Gedanken vorhin so auf Höchstgeschwindigkeit, dass schließlich so ein lausiger und noch nicht einmal korrigierter Schrieb, wie obiger Kommentar dabei herausgekommen ist. – Das ist mir peinlich und tut mir sehr Leid. Und macht mich richtig ärgerlich, zumal mir sowas immer wieder passiert …

    Inhaltlich habe ich von dem oben Kommentierten (natürlich!) nichts zurück zu nehmen, für die Form aber schäme ich mich.

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    1. Ich habe keinen einzigen Fehler entdeckt – und das meine ich ernst. Denn Dein Kommentar habe ich auch mit einem immensen Tempo gelesen, weil ich so aufgeregt und peinlich berührt zugleich war. Tippfehler stehen für Authentizität. Unsere Gesellschaft könnte daher einige mehr gebrauchen 🙂

      Außerdem wird Dir wohl aufgefallen sein, dass meine Texte auch häufig Fehler beinhalten. Ich entdecke sie im Nachhinein und lasse sie einfach stehen. Irgendwie mag ich es. Stille Rebellion gegen Perfektionismus 😉

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      1. „Tippfehler stehen für Authentizität. Unsere Gesellschaft könnte daher einige mehr gebrauchen. … Stille Rebellion gegen Perfektionismus “

        Was für eine schöne und liebenswerte Interpretation. – Das kommt so, wie es da steht in meine persönliche Aphorismensammlung.

        Vor der ist niemand sicher … 😉

        Danke für Dein Verstehen, es ist bezaubernd, wie „sportlich“ Du das meine Schwäche nimmst!

        Gefällt 1 Person

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