Zugehörigkeiten und mehr

Es war ein seidigersamstag vergangenen Samstag und Du weißt, was das bedeutet: eine neue Folge in der Podcast-Reihe „Die von Aladin erzählt“ auf meinem soundcloud Profil. Wut und Tempo leiten den dritten Beitrag ein. Zugehörigkeiten, Alltagsrassismus und (Neu)GIER – gönn‘ mir und gönn‘ Dir 🙂 Unten findest Du einen der Texte, den ich (be)spreche. Lass‘ mich gerne wissen, wie Dir der neue Beitrag gefällt! Machst Du ähnliche Erfahrungen? Oder hast Du eine ganz andere Sicht auf die Dinge, die ich zu beschreiben versuche? Ich freue mich, über Deine Gedanken! 🙂

Immer wieder hab‘ ich versucht, dich zufrieden zu stellen, nicht anders zu sein, und wenn anders, dann so anders, wie du mich anders haben wolltest. Anders anders. Ich habe die Sprache meiner Eltern zum Schweigen gebracht, solange bis du sie von mir hören wolltest, weil sie „so schön“ ist. Ich habe meiner community den Rücken zugekehrt, weil du sagtest, ich bräuchte „deutsche Freunde“, nur um unter ihnen dann die außererwählte Quote zu sein. Die andere Andere, die immer anders bleibt, aber eben anders anders. Intergiert. „Angekommen“. „Zivilisiert“. „Modern“. So wie du aber halt anders. Ich habe gekämpft dafür gleich zu sein, indem ich alles, was du als anders sahst, auf Abstand hielt. Solange, bis du es von mir sehen wolltest, weil es „so schön anders“ war. Obwohl es gar nicht zu mir passte. Wenig anders war genauso falsch wie zu viel. Und so war ich anders in Momenten, in denen du es erwartetest und nicht anders, wenn anders sein nicht gut war. Und jetzt, wo ich gerne so sein will, wie ICH eben bin – und sei es ebenfalls anders, aber eben anders anders als du es gerne anders hättest – jetzt, jetzt ist alles und bin ich verloren. War ich doch auf einem guten Weg und glänzte mit meiner guten Andersatigkeit, bin ich nun anders geworden. Fremd geworden. Und nicht das gute Fremd, das schöne. Nein. Eben anders.

Ein Kommentar zu „Zugehörigkeiten und mehr

  1. Liebe Saide,

    Deine Stimme wieder zu hören, Deine Texte vortragend, war mir erneut ein besonderer Genuss. – Zu den Texten 1 und 3 Deines podcasts hier habe ich Dir anderenorts schon geschrieben. Seither ist ein wenig Zeit vergangen, und ich ahbe sie nun von Dir selbst vorgetragen gehöhrt. Und das hat noch einmal etwas mit mir gemacht:

    Zu dem ersten Text hatte ich Dir damals von meiner Unsicherheit geschrieben, beim und nach seinem Lesen. Jetzt durch Deinen Vortrag, die Art Deines Vortrages ist noch etwas hinzugekommen, eine Emotion, die ich leider schwer beschreiben kann. Sie hat etwas mit Demut gemein, sie ist viel „in sich gehen“. Die Unsicherheit ist nicht weniger geworden oder gar verschwunden dadurch, dass ich Deinen Text jetzt noch einmal und eben ganz durch Dich, von Dir unmittelbar, aufnehmen konnte.

    Mir ist, glaube ich, bewusst geworden WIE GROß der Wunsch, der Anspruch, der in und zwischen den Zeilen Deines Textes geschrieben steht, TATSÄCHLICH ist. Aber auch, wie sehr er in dieser Größe berechtigt und wichtig ist, wenn es irgendwann vielleicht doch noch (?) ein Zusammenleben von Menschen miteinander geben soll, das nicht von „Kategorisierungen“ bestimmt ist. – Mir ist auch wieder einmal bewusst geworden, wie klein ich selbst auf diesem Erdenball bin und wie unerfahren. Immer noch …

    Zum Text Nummer 3 dem „Stark und Wild“ kann ich nur noch einmal bekräftigen: Das ist schöne Poesie im reinsten Sinne – es stecken Wahrnehmungen, Empfindungen und Schlüsse darin, verwoben durch eine klare und zugleich bildhafte Sprache – für mich sind es Verse, eine epische Ballade. Ich mag es sehr!!!

    Der mittlere Text, den ich hier auch noch einmal in Schriftform aufnehmen konnte ist für mich ein Spiegelbild Deiner Emanzipation, Deiner Aufgeklärtheit, einer Souveränität in Menschlichkeitsfragen auch, wie ich sie bei nur wenigen Menschen finde. Und wie sie in dieser „Mehrheitsgesellschaft“ vor allm von Menschen, die als „anders“ wahrgeniommen werden, nicht erwartet bzw. diesen nach wie vor von nur eine Minderheit WIRKLICH nicht nur zugestanden sondern als selbstverständlich angesehen wird.

    Ich mag diesen Text auch sehr, Er ist anders als der erste, auch wenn ich die Kernaussage als eine ganz ähnlich sehe. Er ist nicht ganz so „wütend“ aber dennoch sehr eindringlich. Und für mich sehr gut nachvollzieh- und -empfindbar.

    Letzteres deshalb, weil ich aus einem ganz anderen Grund immer wieder versucht habe, oder geglaubt habe versuchen zu müssen, „nicht anders zu sein, und wenn anders, dann so anders, wie du mich anders haben wolltest. Anders anders.“ Und ich letztlich damit gar nicht zurecht gekommen bin und nach wie vor nicht zurecht komme.

    Was dahinter steckt:

    Dass ich als Mann gesehen werde, so wie ein Mann zu sein hat. Dass das erwartet wird, dass entäuscht oder frustriert reagiert wird, wenn ich dem nicht entspreche, nicht so bin. (Übrigens bis in meine allerunmittelbarste Familie hinein). Wenn ich ICH bin, löst das oft Kopfschütteln aus, ich empfinde, dass man mich bekehren möchte. – Um Dich nicht im Unklaren zu lassen: Es geht dabei nicht, darum, dass ich biologisch kein „einwandfreier“ Mann wäre. (Abgesehen davon, dass mir das sehr egal ist.) Es geht um Denk- und Verhaltensweisen, um Fähig- und Unfähigkeiten, um Ansichten und Werte …

    Unsere Gesellschaft hat Emanzipation noch viel, viel weniger verstanden als es alle bisherigen Thematisierungen (ja nahezu ausschließlich von Frauen) bislang aufzeigen konnten.

    Nun, ich möchte nicht zu weit in diese Richtung ausholen – der Ursprung Deines Textes war ein anderer. Aber die Intension die kann ich soooo gut unterschreiben …

    Ja, soweit für jetzt, liebe Saide. – Ich weiß nicht, ob Dir mein Geschreibsel viel geben kann, auch wenn es wieder aus aufrichtigem Herzen hierher gefunden hat.

    In ein paar Tagen werde ich übrigens für eine knappe Woche in Berlin sein – für einen kleinen Tapeten- und Perspektivenwechsel, Begegnungen mit Freunden, die ich viel zu selten sehe. – Ich werde mich dann nicht nur mit Deinen Gedanken verbunden fühlen, sondern auch durch die „Berliner Luft“, die wir dann für eine Weile gemeinsam atmen werden.

    Viele freundliche, liebe und Dir Zuversicht und Kraft spenden wollende Grüße!

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