podcastfieber

Es ist soweit, es ist soweit, es – ist – soweit!

Wenn ich die letzte Zeit still(er) war, dann weil es viel in mir gearbeitet hat und ich endlich einen meiner Wünsche angegangen bin: Ich bin im podcastfieber.
Mir fehlt definitiv das nötige KnowHow, ich brauche mindestens drei mal so lange, wie andere Menschen, um so eine Folge zu erstellen, aber (und wie wir wissen, zählt immer das ABER), es steckt nicht weniger Herzblut, Liebe und Sinn in meinem Projekt. Ich möchte gar nicht so viel sagen und direkt zu dem Grund meiner langen Abwesenheit weiterleiten. Besucht mich doch gerne jeden seidigenSamstag, teilt mir Eure Gedanken, Verbesserungswünsche, Anregungen und Kritik mit. Ich freue mich auf Euch!

Eure Saide

hier geht es zu meinem Projekt!

Luft – *Vertont*

Hallo Du,

die Textform, in der ich mich so hin und her bewege verändert sich stetig. Momentan fühle ich mich in einer besonderen Form des Schreibens zu Hause – eine Form, die in ihrer sprachlichen Performance ihre Kraft erzeugt. Nachdem ich jetzt einige Gedanken in diesem Stil aufgeschrieben und sie vertont habe, habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit meiner Stimme und den Texten macht. Ich versuche mich nun an einem Podcast-Konzept, in dem ich die Themen, die ich hier schriftlich bearbeite, aufgreife. Natürlich mit Vertonung meiner bestehenden und neu dazu kommender Texte, denn das Schreiben wird immer mein Schutzraum bleiben.

Die Planung braucht natürlich so seine Zeit, aber ich möchte Dir schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben – zumindest zu dem „Stil“, den ich oben beschrieben habe. Die folgende Aufnahme ist die Vertonung eines Textes, der den Alltag vieler Menschen beschreibt. Er ist in einer sehr emotionalen Situation entstanden – und aufgenommen worden, während ich krank war, was man an der einen oder anderen Stelle auch hört 😉 Ich freue mich, Deine Gedanken zu dem Text zu hören.

Jetzt aber genug Einleitung. Nun der Hauptteil und gleichzeitig Schluss.
Setz‘ Dich für einen Moment kurz hin. Wenn Du möchtest. Nimm‘ Dir Zeit. Wenn Du möchtest. Und hör‘ mir zu. Wenn Du möchtest. – mir wurde gesagt, die Texte im neuen „Stil“ hätten ein gutes Tempo drauf. Also, Augen zu und Ohren auf – wenn Du möchtest 🙂

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Berlin, 05.02.2018, gegen Mittag

„Zu wem soll ich jetzt? Zu ihr oder ihr?“ – Das ist egal. „Oder zu der Hübschen da hinten rechts?“ – Gehen Sie jetzt einfach vor! „Hallo, ich bin Patient bei Ihnen. Mein Arzt heißt Herr Musterarzt. Kann das sein? Gibt es so einen Arzt bei Ihnen?“ – Ja. Wollen Sie zu ihm? „Nein. Ich habe ein Anliegen. Ich brauche die Medikamente vom letzten Mal wieder. Und dann würde ich gerne die blonde Ärztin nochmal sehen.“

Der Mann lehnt sich über die Theke. Die Frau auf der anderen Seite redet geduldig und ruhig mit ihm. Zwei Frauen, die das Geschehen beobachten, stecken die Köpfe zusammen und kichern. Ich kann nicht hingucken und bin damit beschäftigt, mich im Zaun zu halten. Nicht aufzustehen. Dem Mann nicht meine Meinung zu sagen. Früher hätte ich es bestimmt auch witzig gefunden. Früher. Als es irgendwie okay war, wenn Männer in einem bestimmten Alter auf eine bestimmte Weise geredet haben. Als es irgendwie schmeichelnd war, so viele Komplimente zu bekommen. Früher. Ich bin so froh, dass nicht mehr früher ist. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die das nicht verstehen. Diese „Empfindlichkeit“. Alles sei plötzlich sexuelle Belästigung. Menschen, die sich als Mann definieren, sagen, man solle sich mal nicht so haben. Menschen, die sich als Frauen definieren erklären, solche Behandlungen als Kompliment oder „einfach normal“ zu betrachten. Ich kann nachvollziehen, dass es anstrengend und vor allem nervig ist, wenn man plötzlich auf alles achten muss, was man sagt und tut. Aber denkt man einen Moment länger darüber nach, sollte einem doch klar werden, dass es eigentlich wirklich traurig ist, dass es einen so viel Kraft kostet, respektvoller und vorsichtiger in seinen Äußerungen zu sein. Man(n) nimmt sich die Erlaubnis mit Frau* so umzugehen, wie Man(n) will.
Zwinker, Zwinker. Lippen lecken. Du Hübsche. Du Schöne. Du Wilde. Du Heiße. – Deine Lippen… Deine Haare… Deine Haut. Stopp.
Vielleicht ist es einfacher, wenn man sich vorstellt, man redete mit seiner eigenen Tochter. Bestimmt sagt Man(n) ihr auch, dass sie* schön ist. Aber (hoffentlich) ohne Zwinker Zwinker, Lippen lecken. Du Schöne. Du Wilde. Du Heiße. – Deine Lippen… Deine Haare… Deine Haut.

 

Ich brenne

ich verdurste während ich trinke
spüre im Flug wie tief ich sinke
kralle mich fest an jedes Ich
vertraue weiter nicht auf mich

ich verhungere während ich speise
fühle mich gefangen wenn ich reise
zähle alle Stunden und Minuten
schaue mir zu beim Verbluten

ich friere wenn ich schwitze
spüre die Kälte in der Hitze
ich brenne ich brenne ich brenne
ich brenne ich brenne ich brenne.

Entleert

Manchmal ist mir danach, zu sagen, dass ich wortlos bin. In vielen Farben, gereimt und gefüllt mit nichts außer wortlosem Sinn.

Auch gibt es diese Momente, gedankenversunken, entleert, in denen kein einziger Gedanke trotz Wehen Gedanken gebärt.

Und dann sind da diese Tage, da bebt mein Herz ganz schwer unter endlosen Gefühlen, die gefühllos sind und mehr.