Ja

Lass mich lachen, wenn du weinst.
Unserer Liebe wegen.
Rennen, wenn du stehst
allein im kalten Regen.

Ich will weinen, wenn du lachst,
Für alles, was wir sind,
Warten, wenn du eilst
Mich sehend tröstend blind.

Singen, wenn du schreist,
Wachen, wenn du schläfst.
Das Gegenteil tun,
von dem, was du mir rätst.

 

Du, ja du

Manchmal liege ich ganz still. Die Hände flach auf meinem Bauch. Mein Blick geht starr ins Leere. Meine Gedanken Hall und Rauch.

Manchmal atme ich ganz ruhig. Mein Brustkorb hebt sich leicht. Die kalte Luft füllt meine Lungen. So viel’s zum Leben reicht.

Manchmal denke ich an dich. Wie du mir sagst, zu liegen. Deine Hände auf meinen Bauch. Mein Geist bereit zu fliegen.

Manchmal rieche ich dich. Im Liegen, beim Atmen und Leben. Hör’ deine Stimme, diesen Klang, warm meine Stimmung heben.

Und manchmal ist es dieser Duft, der mich so schlimm zerfrisst, weil er mir sagt, dass du, ja du, ja doch im Himmel bist.

Melisse

Im Nebel steht sie aufrecht, still
Ihr Blick ist leer und kalt
Die Hand, sie schwebt vor ihrer Brust
Als suche sie nach Halt.

Leicht ist ihr Kopf zur Seit’ gebeugt
Ihr Haar ist ungebunden
Die Augen ruh’n auf Nichts, nur Grau
Des Nebels schwere Stunden.

Der Wind, er lässt ihr all die Ruhe
Macht’s ihr gleich und steht ganz still
Die Nacht, sie schützt vor Blicken sie
Sie steht so da, wie sie es will.

Und einmal doch, da blinzelt sie
Hinein ins Ungewisse.
Die Hand gesenkt, die Lippen weich,
Die Nase riecht Melisse.

 

Danke

Und wenn eine Träne ihren kalten Gang über meine Wangen geht,
So weiß ich, dass auch eine Träne in deinen süßen Augen steht.

Und wenn sich mein Gesicht aus Angst für nichts mehr lässt erweichen,
So weiß ich, dass du deine Hand im Stillen wirst mir reichen.

Und wenn ein Lächeln sanft und klar auf meinen Lippen erscheinen mag,
So weiß ich, dass der Grund dafür in deinem lieben Wesen lag.

Und wenn mein Gesicht zufrieden erstarrt, wie in alten Geschichten,
So weiß ich, dass ich weiterleb’ in unser’n Briefen und Gedichten.

Und selbst wenn ich auf Ewigkeiten von dieser Welt werd’ gehen,
Wird deine Liebe und dein Name endlos in meiner Seele stehen.

 

 

 

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Weiter

Sag welch Gefühl irrt in mir, wenn ich so still hier gehe, viel zu viel, gar nichts dergleich, als wenn im Kreis ich drehe.

Tief horch ich doch in mich hinein, Lausch was da könnt mich rufen, seh mich um, such mich und dich, die Mauern, die wir schufen.

Weiß ich bei jedem Blinseln doch, dass ich mich hab gefunden hinter Fassaden, hartem Stein, an Erinnerung gebunden.

Was ist, was war, was sagt das schon? Lass mich im hier und jetzt. War der Platz von Traurigkeit doch lang genug besetzt.

Und endlich lächelt es mir zu und ich, ich lach zurück. Das Leben ist für jeden doch ein goldnes Einzelstück.

 

 

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