Luft – *Vertont*

Hallo Du,

die Textform, in der ich mich so hin und her bewege verändert sich stetig. Momentan fühle ich mich in einer besonderen Form des Schreibens zu Hause – eine Form, die in ihrer sprachlichen Performance ihre Kraft erzeugt. Nachdem ich jetzt einige Gedanken in diesem Stil aufgeschrieben und sie vertont habe, habe ich bemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit meiner Stimme und den Texten macht. Ich versuche mich nun an einem Podcast-Konzept, in dem ich die Themen, die ich hier schriftlich bearbeite, aufgreife. Natürlich mit Vertonung meiner bestehenden und neu dazu kommender Texte, denn das Schreiben wird immer mein Schutzraum bleiben.

Die Planung braucht natürlich so seine Zeit, aber ich möchte Dir schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben – zumindest zu dem „Stil“, den ich oben beschrieben habe. Die folgende Aufnahme ist die Vertonung eines Textes, der den Alltag vieler Menschen beschreibt. Er ist in einer sehr emotionalen Situation entstanden – und aufgenommen worden, während ich krank war, was man an der einen oder anderen Stelle auch hört 😉 Ich freue mich, Deine Gedanken zu dem Text zu hören.

Jetzt aber genug Einleitung. Nun der Hauptteil und gleichzeitig Schluss.
Setz‘ Dich für einen Moment kurz hin. Wenn Du möchtest. Nimm‘ Dir Zeit. Wenn Du möchtest. Und hör‘ mir zu. Wenn Du möchtest. – mir wurde gesagt, die Texte im neuen „Stil“ hätten ein gutes Tempo drauf. Also, Augen zu und Ohren auf – wenn Du möchtest 🙂

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Verwehen

Stille Nacht Heilige Nacht Alles schläft
Doch sie, sie wacht.
Kühler Wind Sanfter Wind Küsst es zart
Das Menschenkind
Lass mich los Lass mich gehen In dem Winde still

Verwehen.

Zum Namenstag

Gott fügt hinzu.
Liebe, Geborgenheit und Vertrauen.
Gott fügt hinzu.
Anerkennung, Respekt und Wertschätzung.
Gott fügt hinzu.
Eine dritte Hand, ein zweiter Blick und ein einzigartiger Sinn.
Gott fügt hinzu.
Wärme, Schutz und Ehrlichkeit.
Gott fügt hinzu.
Ein helles Licht, ein schattiger Platz.
Eine sanfte Brise, ein starker Ruck.
Eine Schulter, ein Spiegel, Rhabarberkuchen.
Gott fügt hinzu.
Josepha.
Gott fügt hinzu.

Ich habe Angst

Ich habe Angst.
Schallt es in meinem Kopf.
Ich habe Angst.
Während der Frühling den Winter in den Schlaf wiegt, jede Stunde des Tages den Nachgeschmack vergeudeter Zeit in sich trägt. Während der Wind ein Portrait des Universums auf meine Haut zeichnet und die Düfte hunderter Welten meine Nase hinauf schweben.
Ich habe Angst.
Während das Leben in seinen feinen und groben Zügen ein Wunder und Geschenk ist, Liebe und Geborgenheit meinen Körper umhüllen. Während keine Sorgen es wert sind Sorgen zu sein und keine
Ängste meine Ängste beängstigen
können.

Sensibel

Ich bin es, wenn ich so sage, was ich sage, sagen andere. Wenn ich auf Dinge reagiere, auf die es nicht zu reagieren gilt, nur weil andere anders reagieren. Sensibel.

Ich bin es, wenn ich denke, was ich denke, denken andere. Wenn ich immer eine Antwort habe, obwohl es keine Frage gab, erklären sie. Sensibel.

Ich bin es.
Sagen andere.
Denken andere.
Erklären andere.
Sensibel.
Sind andere, wenn sie so den Drang verspüren, mir meine Sensibilität abzusprechen. Sensibel.
Lieber wie ich, als sie.
Sage ich.
Denke ich.
Erkläre ich.
Sensibel.