Stark und Wild

In deinem Schatten möcht‘ ich nicht stehen, so klein will ich nicht sein.
Ich möchte stark sein, stark und wild und manchmal gar allein

Auch möcht‘ ich nicht dein’ Schatten spielen, an dir klebend, nie für sich.
Ich möchte frei sein, frei und leicht, mit mir und nur für mich.

Doch möcht‘ ich wie dein Schatten sein, dich schützend und schmerzlindernd.
In dunklen Tagen vor dir gehen, dich führen, dich erinnernd,
dass Licht ganz dicht ja bei dir ist, auch wenn du es nicht siehst,
dass du dich manchmal umdrehen musst, wenn du vor Ängsten fliehst.

Und wenn du‘s tust und Licht dich wärmt, möcht‘ ich nicht ganz verschwinden.
Ich bleib‘ bei dir ganz still und stark, ohn‘ mich an dich zu binden.
Denn du brauchst dich, um du zu sein und ich bin ich allein,
gehöre mir, in alle Zeit und du bist auch nur dein.

Lass mich auf meinen Beinen stehen
Und du geh‘ auf den deinen.
Wir sind nicht eins, wir sind viel mehr, als Liebesschnulzen meinen.

Verwehen

Stille Nacht Heilige Nacht Alles schläft
Doch sie, sie wacht.
Kühler Wind Sanfter Wind Küsst es zart
Das Menschenkind
Lass mich los Lass mich gehen In dem Winde still

Verwehen.

Zum Namenstag

Gott fügt hinzu.
Liebe, Geborgenheit und Vertrauen.
Gott fügt hinzu.
Anerkennung, Respekt und Wertschätzung.
Gott fügt hinzu.
Eine dritte Hand, ein zweiter Blick und ein einzigartiger Sinn.
Gott fügt hinzu.
Wärme, Schutz und Ehrlichkeit.
Gott fügt hinzu.
Ein helles Licht, ein schattiger Platz.
Eine sanfte Brise, ein starker Ruck.
Eine Schulter, ein Spiegel, Rhabarberkuchen.
Gott fügt hinzu.
Josepha.
Gott fügt hinzu.

Ich brenne

ich verdurste während ich trinke
spüre im Flug wie tief ich sinke
kralle mich fest an jedes Ich
vertraue weiter nicht auf mich

ich verhungere während ich speise
fühle mich gefangen wenn ich reise
zähle alle Stunden und Minuten
schaue mir zu beim Verbluten

ich friere wenn ich schwitze
spüre die Kälte in der Hitze
ich brenne ich brenne ich brenne
ich brenne ich brenne ich brenne.

Entleert

Manchmal ist mir danach, zu sagen, dass ich wortlos bin. In vielen Farben, gereimt und gefüllt mit nichts außer wortlosem Sinn.

Auch gibt es diese Momente, gedankenversunken, entleert, in denen kein einziger Gedanke trotz Wehen Gedanken gebärt.

Und dann sind da diese Tage, da bebt mein Herz ganz schwer unter endlosen Gefühlen, die gefühllos sind und mehr.