Sensibel

Ich bin es, wenn ich so sage, was ich sage, sagen andere. Wenn ich auf Dinge reagiere, auf die es nicht zu reagieren gilt, nur weil andere anders reagieren. Sensibel.

Ich bin es, wenn ich denke, was ich denke, denken andere. Wenn ich immer eine Antwort habe, obwohl es keine Frage gab, erklären sie. Sensibel.

Ich bin es.
Sagen andere.
Denken andere.
Erklären andere.
Sensibel.
Sind andere, wenn sie so den Drang verspüren, mir meine Sensibilität abzusprechen. Sensibel.
Lieber wie ich, als sie.
Sage ich.
Denke ich.
Erkläre ich.
Sensibel.

„Ethno-Look“

Wenn ich durch Berlin laufe, sehe ich verschiedene Kleidungsstile, Haarschnitte, Frisuren, Typenkonstruktionen. Da ist jemand etwas Gothic unterwegs. Gleich daneben jemand romantisch frech. Da gibt es die, die meinen, auf Mode und Gesellschaft einen Fuck zu geben, doch gleichzeitig bewusst ihre Kleidung danach auswählen. Ich sehe Menschen, die ihr Gesicht als Leinwand nutzen und mit vielen verschiedenen Farben Akzente ihrer Gedanken setzen. Es gibt die natural beauties, die ihr Gesicht höchstens in Bio-Gesichtscreme tauchen und ihre Haare zu einem leichten Knoten binden. Es gibt die, die ihre Anzüge leben und genauso steif, wie sie an ihnen sitzen, laufen. Die, die Statementketten tragen und dicke Boots unter eleganten Kleidern. Es ist ein wenig, wie durch ein Museum zu laufen. Ich liebe jeden Stil. Auch wenn eines keines sein soll. Auch wenn ich mein Gesicht selbst nicht so dekorieren würde oder gewisse Hosen und Blusen nicht anziehen möchte oder manche Kombinationen nicht verstehen kann. Ich finde es schön zu sehen, wie sich Menschen leben. Ihren Körper spüren. Ihm Zeit geben. Auch wenn es jemand ehrlich meint und sagt, Mode interessiere ihn oder sie nicht, zieht er oder sie an, was dem Körper gut tut, worin er oder sie sich gut fühlt. „„Ethno-Look““ weiterlesen