Stark und Wild

In deinem Schatten möcht‘ ich nicht stehen, so klein will ich nicht sein.
Ich möchte stark sein, stark und wild und manchmal gar allein

Auch möcht‘ ich nicht dein’ Schatten spielen, an dir klebend, nie für sich.
Ich möchte frei sein, frei und leicht, mit mir und nur für mich.

Doch möcht‘ ich wie dein Schatten sein, dich schützend und schmerzlindernd.
In dunklen Tagen vor dir gehen, dich führen, dich erinnernd,
dass Licht ganz dicht ja bei dir ist, auch wenn du es nicht siehst,
dass du dich manchmal umdrehen musst, wenn du vor Ängsten fliehst.

Und wenn du‘s tust und Licht dich wärmt, möcht‘ ich nicht ganz verschwinden.
Ich bleib‘ bei dir ganz still und stark, ohn‘ mich an dich zu binden.
Denn du brauchst dich, um du zu sein und ich bin ich allein,
gehöre mir, in alle Zeit und du bist auch nur dein.

Lass mich auf meinen Beinen stehen
Und du geh‘ auf den deinen.
Wir sind nicht eins, wir sind viel mehr, als Liebesschnulzen meinen.

Pausenlos

Weißt Du,
die Blumen, die du mir schenkst, sind mir ein Dorn im Auge. Ihr wohliger Duft brennt in meiner Nase, ihre weichen Blätter vertrocknen meine Haut. Was soll ich mit diesen wunderschönen Köpfen, wenn sie sich pausenlos an ihren Stielen festhalten? Was bringen mir ihre zarten Konturen, wenn sie unsere verwischen?

Ich gestehe, anfangs konnte ich nicht genug von ihnen kriegen. Das siehst du ja, wenn du dich umschaust. Um so einen Garten zu hüten, zu pflegen, muss wenigstens der kleine Finger grün sein. Und so streckte ich den meinen naiv aus, während ich die Gießkanne in der Hand hielt und von Blume zu Blume wanderte. Dass es nicht hinter meinem Ringfinger grün leuchtete, sondern hinter unserer beider Ohren, bemerke ich erst jetzt.

Weißt Du,
die Blumen, die du mir schenkst, sind mir ein Dorn im Auge. Ihr wohliger Duft brennt in meiner Nase, ihre weichen Blätter vertrocknen meine Haut. Was soll ich mit diesen wunderschönen Köpfen, wenn sie sich pausenlos an ihren Stielen festhalten? Was bringen mir ihre zarten Konturen, wenn sie unsere verwischen?

Ich gestehe, ich möchte sie weiterhin ansehen. Sie beobachten, wie sie langsam ihre Fülle und Farbe verlieren, wie sie gedankenlos zergehen und mit dem Schein, den sie trugen verwehen.

Ich habe Angst

Ich habe Angst.
Schallt es in meinem Kopf.
Ich habe Angst.
Während der Frühling den Winter in den Schlaf wiegt, jede Stunde des Tages den Nachgeschmack vergeudeter Zeit in sich trägt. Während der Wind ein Portrait des Universums auf meine Haut zeichnet und die Düfte hunderter Welten meine Nase hinauf schweben.
Ich habe Angst.
Während das Leben in seinen feinen und groben Zügen ein Wunder und Geschenk ist, Liebe und Geborgenheit meinen Körper umhüllen. Während keine Sorgen es wert sind Sorgen zu sein und keine
Ängste meine Ängste beängstigen
können.

Ich brenne

ich verdurste während ich trinke
spüre im Flug wie tief ich sinke
kralle mich fest an jedes Ich
vertraue weiter nicht auf mich

ich verhungere während ich speise
fühle mich gefangen wenn ich reise
zähle alle Stunden und Minuten
schaue mir zu beim Verbluten

ich friere wenn ich schwitze
spüre die Kälte in der Hitze
ich brenne ich brenne ich brenne
ich brenne ich brenne ich brenne.

Entleert

Manchmal ist mir danach, zu sagen, dass ich wortlos bin. In vielen Farben, gereimt und gefüllt mit nichts außer wortlosem Sinn.

Auch gibt es diese Momente, gedankenversunken, entleert, in denen kein einziger Gedanke trotz Wehen Gedanken gebärt.

Und dann sind da diese Tage, da bebt mein Herz ganz schwer unter endlosen Gefühlen, die gefühllos sind und mehr.