Wolkenweich

Lass mich fallen, wenn ich taumel’, fallen will ich nur allein,
Taumeln hilft mir in Gedanken ganz und nur bei mir zu sein.
In den Wunden liegt mein Wesen, tief durchzogen, streng gefüllt,
Jede Zelle, jede Faser ist in Endlichkeit gehüllt.
Angst hab’ ich vor keiner Wunde, die mein Körper auf sich zieht,
Jeder Stich und jeder Kratzer zeigt wie mich mein Wesen sieht.
Blaue Flecken wandern mit mir, färben meine Seele weiß,
Ohne sie und ihre Schmerzen, dreht sich Mensch im Lebenskreis.

Siehst du keine meiner Wunden, siehst mich zart und seidig gleich,
Ist es Liebe für mein Wesen, mich ummantelnd wolkenweich.

Pausenlos

Weißt Du,
die Blumen, die du mir schenkst, sind mir ein Dorn im Auge. Ihr wohliger Duft brennt in meiner Nase, ihre weichen Blätter vertrocknen meine Haut. Was soll ich mit diesen wunderschönen Köpfen, wenn sie sich pausenlos an ihren Stielen festhalten? Was bringen mir ihre zarten Konturen, wenn sie unsere verwischen?

Ich gestehe, anfangs konnte ich nicht genug von ihnen kriegen. Das siehst du ja, wenn du dich umschaust. Um so einen Garten zu hüten, zu pflegen, muss wenigstens der kleine Finger grün sein. Und so streckte ich den meinen naiv aus, während ich die Gießkanne in der Hand hielt und von Blume zu Blume wanderte. Dass es nicht hinter meinem Ringfinger grün leuchtete, sondern hinter unserer beider Ohren, bemerke ich erst jetzt.

Weißt Du,
die Blumen, die du mir schenkst, sind mir ein Dorn im Auge. Ihr wohliger Duft brennt in meiner Nase, ihre weichen Blätter vertrocknen meine Haut. Was soll ich mit diesen wunderschönen Köpfen, wenn sie sich pausenlos an ihren Stielen festhalten? Was bringen mir ihre zarten Konturen, wenn sie unsere verwischen?

Ich gestehe, ich möchte sie weiterhin ansehen. Sie beobachten, wie sie langsam ihre Fülle und Farbe verlieren, wie sie gedankenlos zergehen und mit dem Schein, den sie trugen verwehen.

Ich brenne

ich verdurste während ich trinke
spüre im Flug wie tief ich sinke
kralle mich fest an jedes Ich
vertraue weiter nicht auf mich

ich verhungere während ich speise
fühle mich gefangen wenn ich reise
zähle alle Stunden und Minuten
schaue mir zu beim Verbluten

ich friere wenn ich schwitze
spüre die Kälte in der Hitze
ich brenne ich brenne ich brenne
ich brenne ich brenne ich brenne.