Vergessen wie du riechst

Kannst du mich hören – ja, sag‘, nimmst du mich wahr? Siehst du mich schreien, weinen, stumm ins Leere blicken – in Unverständnis versinken? Hörst du, wenn ich zu dir spreche? Von mir erzähle, mich nach dir sehne? Bist du bei mir, wenn ich die Nächte wach liege? Oder gibt es dich einfach nicht? Ich habe vergessen, wie du riechst. Oder umarmst. Ich weiß nicht mehr, wie du meinen Namen sagst. Aber ich habe klar vor Augen, wie du gehst, sitzt und strahlst. Gibt es dich nicht? Oder bist du da? Hörst du mich? Fühlst du mich? Siehst du mich? – ich verstumme. Siehst du mich… sag, siehst du mich… wie ich mich selbst verliere, ohnmächtig durch das Leben torkele, versage – dir so ähnlich bin… schau weg. Schau weg, wenn du mich siehst. Bitte, schau weg.

Nur einen Moment 

Lass‘ mich Luft holen. Einen kurzen Moment – mehr brauche ich nicht, um mich daran zu erinnern, was es heißt zu leben. Gib mir nur diesen einen Moment und lass‘ mich los.

Rosensindrot

Jedes Lächeln macht mir Angst. Jede Berührung, jedes Wort, jeder Blickkontakt. So weh hat mir deine Liebe getan, dass ich Angst vor jeder Neuen habe. Ich baue meine Mauern auf, bevor die Ritter der Welt ihre Pferde satteln können. Ich mache die Liebenden zu Feinden, bevor die Dornen ihrer Rosen meine Haut zerschneiden können. In aller Einsamkeit schütze ich mich und tue mir wohl mehr weh, als jede Blume es könnte. 

Staudamm-Knopfdruck-Flut

Es war, als hätte etwas in mir irgendwann, ja vielleicht wegen dir, meine Seele gepackt und in mein Herz gesperrt. Niemals schlafend, ewig wach, besetzten Furcht, Unruhe und Misstrauen den Platz von seiner Zuversicht, Mut und Lebenslust. Meiner Seele tat dieser Anblick weh und sie verkroch sich so in die dunkelste Ecke ihres Käfigs. Tage vergingen, Monate, Jahre. Ja, vielleicht sogar mit dir, und ich vergaß um meine Gefühle. Manchmal, da spürte ich etwas in mir – da regte sich etwas… da reagierte etwas auf mein Leben und ich hielt es nicht aus… sprang aus fahrenden Zügen, schmiss mich in tiefe Gewässer, hielt die Luft an. Solange, bis ich müde war. Kraftlos wie der Gefängniswärter in mir drin. Solange, bis meine Seele um uns bangte, aus seiner Ecke kroch und schrie. Der Wärter wusste nicht, wie ihm geschah. Lief auf und ab. Rannte durch jede meiner Venen. Hatte Angst. So fürchterliche Angst. Denn es wusste, dass es die Seele von Gefühlen fernhalten wollte, sie aber nur zum Schweigen, nicht Wegschauen gebracht hatte. Würde es sie nun sprechen lassen… 
Staudamm. Knopfdruck. Flut. 

Würden wir untergehen? 

Wir werden schwimmen, flüsterte die Seele. Und es wollte ihr glauben. Erlaubte ihr kleine Spaziergänge und sperrte sie todesängstlich wieder ein, wenn es donnerte, blitzte und wir zu ertrinken drohten. Doch jeder Moment der Freiheit brachte Mut und Zuversicht. Und nun – obwohl mir jeglicher ‚Follower‘, jegliches ‚Like‘ oder ‚Kommentar‘ herzlichst egal zu sein schienen, merke ich, wie sie ihm Kraft geben, meine Seele sprechen zu lassen und mir Mut machen, sie anzuhören. Und nun – trotz all dieser Schmerzen, da fühlt es sich an, ja, vielleicht auch dank dir, dass dieser Weg zwar unbequem und durchaus schmerzhaft ist, aber wohl der richtige – für mich. 

Hayat – Kartoffelsalat oder Platzangst

Es gibt solche und solche, sagst du, reißt deine großen Augen auf, die trotz ihrer enormen Größe nicht von deinen vor Empörung bebenden Lippen ablenken können. Es kommen welche hier her, die Null Dankbarkeit zeigen! Da wird denen schon geholfen und die meckern trotzdem. Es gibt welche, die sind gerade einmal ein paar Tage hier und beschweren sich, fragen wo ihr Geld ist, fordern, dass man ihnen endlich hilft. Als würde das so schnell gehen. Die denken, es wird ihnen direkt geholfen, wenn die hier sind. Voll dreist. Musst dir mal vorstellen: die ganzen Sporthallen und Vereinshäuser werden von denen besetzt und die meckern rum, wenn sie halt mal zusammenrücken müssen und Männer und Frauen zusammen in Zimmern schlafen müssen. Es sind halt zu viele. Wir haben halt keinen Platz. „Hayat – Kartoffelsalat oder Platzangst“ weiterlesen