Wenn es mal leise wird

Und

Das ist mein Liebling.

Und

Denn mit ihm geht es weiter, egal was davor war. Ob ich tauchen war und schwimmen mit Sardinen. Ob ich fliegen war und schweben mit Motten. Es geht einfach weiter. Ganz ohne Punkt. Selbst wenn ich einen setzen möchte, setzt sich mein Und dazu und lässt es weitergehen. Ganz unbekümmert. Als sei es ganz selbstverständlich, dass er da ist. Und da bleibt.

Nein, ohne mein Und könnte ich nicht. Und so beginne und ende ich gerne mit ihm. Denn alles um mich herum ergibt sich auseinander, sodass kein Punkt der Welt, nichts trennen kann. Manchmal, da vergesse ich das und möchte alles auseinander zerren. Isoliert betrachten. Einzeln fokussieren. Und dann schlägt mir mein Liebling gegen den Kopf und schüttelt seufzend sein U. Ohne mein Und wäre ich wohl bei den Sardinen geblieben und hätte niemals die Motten entdeckt. Oder hätte die einen von den anderen getrennt und das Wasser, in dem ich schwamm, so wie den Himmel, ich dem ich flog, in einem schwarzen Loch verschwinden lassen.

Und wenn es mal leise wird, um mich herum, dann weil ich meinem Liebling zuhöre, wie er undet und undend mein Sein umrundet. Und

Berlin, 05.08.17

Es ist wichtig, dass man nicht vergisst, wo seine Wurzeln liegen.

Sie lächelt. Ihre grauen Haaren liegen sanft auf ihren Wangen. Sie schaut ihren jungen Begleiter mit wachen Augen an. Ich bilde mir ein, dass ich sie auf diese Gedanken gebracht habe. Kurz, bevor sie sie in Worte kleidete, hatte sie mich angeschaut. Wahrscheinlich bilde ich es mir ein, murmele ich und denke über ihren Satz nach. Es ist wichtig, dass man nicht vergisst, wo seine Wurzeln liegen… was, wenn man nie erfährt, wo sie vergraben sind? Wenn der Baum schon so alt ist, dass man von der Krone runterblickend nicht mehr den Boden erkennen kann. Und selbst, wenn man ihn sieht, sind die Wurzeln tief vergraben. Unter der Erde. Unsichtbar. Und dennoch weiß jeder, der den Baum erblickt, dass er welche hat – Wurzeln. „Berlin, 05.08.17“ weiterlesen

Du, ja du

Manchmal liege ich ganz still. Die Hände flach auf meinem Bauch. Mein Blick geht starr ins Leere. Meine Gedanken Hall und Rauch.

Manchmal atme ich ganz ruhig. Mein Brustkorb hebt sich leicht. Die kalte Luft füllt meine Lungen. So viel’s zum Leben reicht.

Manchmal denke ich an dich. Wie du mir sagst, zu liegen. Deine Hände auf meinen Bauch. Mein Geist bereit zu fliegen.

Manchmal rieche ich dich. Im Liegen, beim Atmen und Leben. Hör’ deine Stimme, diesen Klang, warm meine Stimmung heben.

Und manchmal ist es dieser Duft, der mich so schlimm zerfrisst, weil er mir sagt, dass du, ja du, ja doch im Himmel bist.

Untergetaucht

Ich schaue mich um. Sehe meine Gedanken, Geschichten und Gedichte. Alles, was mich beschäftigt. Alles, was mich ausmacht. Vielleicht nicht alles. Aber viel. Viel davon sagt, wer ich bin. Was ich bin. Vielleicht halte ich es deswegen nicht mehr hier aus. Er ist so dunkel, dieser Blog, findet ihr nicht auch? So trist. So bedrückend. Und das ohne, dass ich ihn lese. Nur, wenn ich ihn anschaue. Diese Farben. Diese Bilder. Nein, er spiegelt nicht mein Inneres wieder. Ich leuchte – liebe das Leben, in all seiner verstörenden Art. Viel ist passiert, passiert, wird passieren, was mir den Atem raubt. Vieles tut weh, irritiert, schockt. Vieles, aber nicht alles. Aber für dieses Viele stehe ich. Möchte ich stehen. Ihm Stimme geben, da er viel zu oft, zu gerne, zu schnell zum Verstummen gebracht wird. Aber kann man ihn nicht auch auf Leichtigkeit tanzen lassen? Und sei es nur seine Bühne. Dieser Blog. Das sind meine Gedanken. Seit Wochen. Seit Wochen untergetaucht. Nicht mehr geschrieben. Nicht mehr hier gewesen. In diesem Fass meiner Gefühle. Ich möchte sie nicht in einem Becken auffangen. Ich möchte sie atmen lassen, meine Gedanken. Atmen.

Hallo Halle

Hallo Halle, hallt es in mir, was schaust du so trist? Du bist doch ganz hübsch. Ein bisschen, wie eine Theaterkulisse. So unecht. So inszeniert. So. ja, so. Laufe ich durch deine Straßen fühle ich mich, als würde ich durch ein Gemälde gehen. Nicht unbedingt, weil du ein Kunstwerk bist, eher weil mich deine Ausstrahlung an Stillleben erinnert. Du schweigst mich an, während mich deine Schönheit ganz bodenständig anlächelt. Ja, ich finde dich ganz schön, Halle. Vielleicht, weil du nicht weißt, dass du es bist. Das macht es angenehm. Angenehmer als Kollegen von dir, die mich mit ihrer Selbstinszenierung plätten. Geplättet lässt sich Schönes nicht mehr so gut annehmen. Du plättest mich nicht, Halle. Du erstickst mich nicht. Nein, Halle, du, ja du, Halle, du hallst in mir.