Lieblings Award und mehr

Liebe Alle und mit diesem Beitrag besonders:
Liebe Katinka,

ich dachte immer, ich schreibe, um Gedanken festzuhalten. Die Suche nach Bildern und Rhythmus sind jedoch stets eine Suche nach mir. Ich schreibe, um mich festzuhalten. Als gäbe es nichts und niemand anderen, der dies an meiner Worte Stelle tun könnte.

Mich festhalten. Mir Halt geben. Mich spiegeln und mich verzerren. Mich beleuchten. Mir Sinn geben. Mich sehen und mich verstummen lassen.

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Dear Teen Me

Dear Teen Me,

I know, life sucks these times and you‘re sitting, waiting, wishing for better days. I know, what makes you happy and keep on going, is picturing yourself in your mid 20s: Independent and having great hair and a perfect body.

Honey, age won‘t change anything. Shifts of dependency will always make you think, you‘re not Independent. And you will always struggle with your body no matter how much weight you‘ll loose, because it is your head that weighs way too much. Your hair will always be anything but straight and it will always be difficult to „totally get“ your curls. „Dear Teen Me“ weiterlesen

Irgendwann, geliebter Freund, irgendwann

Irgendwann, da werde ich vor dir stehen. Ich werde dir in die Augen sehen, meine Stirn in Falten legen, während ich vielleicht Tränen unterdrücken werde. Meine Lippen werden beben, wenn ich dir von Wut erzähle und Sehnsucht. Meine Arme werden ruhig an mir herunter hängen, die Hände vielleicht zu Fäusten geballt. Irgendwann, da werde ich mutig genug sein, dir zu erzählen, dass ich bin, wie ich bin, auch wenn du mir nicht glaubst, ich zu sein. Ich werde dich zurechtweisen, wenn du mich unterbrichst und vielleicht werde ich schreien. Irgendwann, da werde ich zugeben, dass ich zu viel von dir und zu wenig von mir gehalten habe. Ich werde dir erklären, dass das gut ging, weil du alles daran gesetzt hast, mich klein und niedlich zu halten. Ich werde dir von deiner Gewalt erzählen und vielleicht werde ich lachen. Darüber, wie ich dich trotz allem in stillen Momenten gerne in meiner Nähe gehabt hätte. Nicht als Geliebter. Nicht als Lebenspartner. Nein. Als Freund. Es ist nicht schwierig, dich nicht mehr als Geliebten zu lieben, weil wir uns in unserer Liebe zerstört haben. Es ist schwierig, dich nicht mehr als Freund zu lieben, weil unsere Freundschaft stärker war, als jede Liebe, die ich kannte. Dass der Mensch, der mein Geliebter war, nicht mehr da ist, macht mich nicht einsam. Das, was mich einsam macht, ist, dass mit ihm auch der Mensch, der mein bester Freund war, gegangen ist. Irgendwann, da werde ich vor dir stehen. Ich werde dir in die Augen sehen, meine Stirn in Falten legen, während ich vielleicht Tränen unterdrücken werde. Meine Lippen werden beben, wenn ich dir von Wut erzähle und Sehnsucht. Irgendwann. Hörst du? Irgendwann.

Komm‘ endlich klar

Wovor hast du Angst? Oder ist es Übermut? Stolz? Arroganz? Du findest mich klug – und weiter? Du findest mich schön – und weiter? Du findest mich witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend – und weiter? Verfickte Scheiße und weiter? Ich habe keine Lust auf rosaroten Plüsch-Kitsch und ich will nicht, dass man um mich kämpft, mich umgarnt. Darum geht es nicht, ok?! Ich will keinen Prinzen auf einem Pferd, sondern jemanden, der mutig genug ist, von seinem hohen Ross zu steigen und sich einzugestehen, dass er verdammt noch einmal Schiss hat, verletzt zu werden. Was bringt dir deine Coolness, wenn du am Ende des Tages unterkühlt in deinem Bett liegst? Sieh mich an, wenn ich dich in meinem Kopf anschreie! Ich bin mehr wert, als dein Wechselspiel von Nähe und Distanz! Du sagst es doch selbst. Ich bin klug, schön, witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend. Und weiter? Ich sag’ es dir: Wenn du bei etwas voll ins Schwarze getroffen hast, dann bei deiner Erkenntnis darüber, dass ich viel bin. Viel, aber nicht abhängig von dir. Von Nähe – ja. Liebe – ja. Schutz, Geborgenheit, Wärme, Sorge – ja. Aber nicht von dir. Reite weiter, ja? Wenn du dich beeilst, triffst du die ganzen anderen Wanna-be-Macho-Prinzen und ihr könnt darüber streiten, wer am Besten seinen Traum von Menschen auf Abstand halten kann. Vielleicht müsst ihr erst einmal euer Echo hören, um zu realisieren, was ihr da eigentlich verspielt. Es geht um kluge, schöne, witzige, eloquente, geheimnisvolle, leidenschaftliche, anziehende Träume von Menschen – wie mich. Nenn’ mich eingebildet. Ich bleibe bei den Worten meiner liebsten Mondsichel: Ich bin selbstbewusst, nicht eingebildet. Ich weiß, was ich wert bin. Viel. Ja viel. Und ich wünsche dir, dass du dir deiner selbst auch irgendwann einmal bewusst wirst und diese elende Maskerade sein lässt. Die Welt dreht sich nicht um dich, Schätzchen, so gut sich dieser Gedanke auch anfühlt. Komm’ endlich klar.

Kann

I’ve been upside down, I don’t wanna be the right way round, can’t find paradise on the ground

Lieber Gerd,

ich habe es geschafft – keine Ahnung, wie, aber ich habe es wirklich geschafft. Es ist April. Die Sonne, sie strahlt mich an, wie der Vater das Kind, das zum ersten Mal ‚Papa’ sagt. Es duftet Blumen, Gegrilltes, frisch gemähtes Gras, Frühling. Ich kann es kaum glauben, Gerd. Ich habe diesen grauen, kalten, einsamen Berlin-Winter überlebt. Es wird endlich wieder heller, wärmer. Jetzt habe ich keine Angst mehr zu weinen. Ich kann es endlich tun, ohne mit dem Blick aus dem Fenster immer tiefer in das Meer meiner Tränen gezogen zu werden. Ich kann weinen und mich von der Schönheit des Frühlings trösten lassen. Ich kann weinen und mich mit einem Blinzeln in die Welt ans wundervolle Leben erinnern. Ich kann weinen. Um sie, die so wichtig für mich war, dass ich fast jede freie Sekunde mit ihr verbrachte und irgendwann den Grund für unser ständiges Zusammensein vergas, taumelnd in Selbstverständlichkeit. Ich kann weinen. Um sie, die ich so vermisse. So, so vermisse. Ich kann weinen. Ich kann. Kann. Und dabei bleibt es. Bei kann. Kann.

All we do is lie and wait, all we do is feel the faith
-Oh Wonder-