Dear Teen Me

Dear Teen Me,

I know, life sucks these times and you‘re sitting, waiting, wishing for better days. I know, what makes you happy and keep on going, is picturing yourself in your mid 20s: Independent and having great hair and a perfect body.

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Honey, age won‘t change anything. Shifts of dependency will always make you think, you‘re not Independent. And you will always struggle with your body no matter how much weight you‘ll loose, because it is your head that weighs way too much. Your hair will always be anything but straight and it will always be difficult to „totally get“ your curls.

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You‘ll always wait for your mid 20s, if you don‘t start to see things differently. Free your mind and external dependencies will not be important anymore. Accept your body – he is always protecting you, carrying you along. Love and protect him, so that he will never loose his strength and always be able to keep you save. And trust me, your hair is perfect: whether it is frizzy or not.

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Please, start your mid 20s now, because otherwise it really can be hurtful when you’re in your late 20s but Teen-you is still all over you.

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You‘re sensitive and strong. You‘ll figure it out.

Komm‘ endlich klar

Wovor hast du Angst? Oder ist es Übermut? Stolz? Arroganz? Du findest mich klug – und weiter? Du findest mich schön – und weiter? Du findest mich witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend – und weiter? Verfickte Scheiße und weiter? Ich habe keine Lust auf rosaroten Plüsch-Kitsch und ich will nicht, dass man um mich kämpft, mich umgarnt. Darum geht es nicht, ok?! Ich will keinen Prinzen auf einem Pferd, sondern jemanden, der mutig genug ist, von seinem hohen Ross zu steigen und sich einzugestehen, dass er verdammt noch einmal Schiss hat, verletzt zu werden. Was bringt dir deine Coolness, wenn du am Ende des Tages unterkühlt in deinem Bett liegst? Sieh mich an, wenn ich dich in meinem Kopf anschreie! Ich bin mehr wert, als dein Wechselspiel von Nähe und Distanz! Du sagst es doch selbst. Ich bin klug, schön, witzig, eloquent, geheimnisvoll, leidenschaftlich, anziehend. Und weiter? Ich sag’ es dir: Wenn du bei etwas voll ins Schwarze getroffen hast, dann bei deiner Erkenntnis darüber, dass ich viel bin. Viel, aber nicht abhängig von dir. Von Nähe – ja. Liebe – ja. Schutz, Geborgenheit, Wärme, Sorge – ja. Aber nicht von dir. Reite weiter, ja? Wenn du dich beeilst, triffst du die ganzen anderen Wanna-be-Macho-Prinzen und ihr könnt darüber streiten, wer am Besten seinen Traum von Menschen auf Abstand halten kann. Vielleicht müsst ihr erst einmal euer Echo hören, um zu realisieren, was ihr da eigentlich verspielt. Es geht um kluge, schöne, witzige, eloquente, geheimnisvolle, leidenschaftliche, anziehende Träume von Menschen – wie mich. Nenn’ mich eingebildet. Ich bleibe bei den Worten meiner liebsten Mondsichel: Ich bin selbstbewusst, nicht eingebildet. Ich weiß, was ich wert bin. Viel. Ja viel. Und ich wünsche dir, dass du dir deiner selbst auch irgendwann einmal bewusst wirst und diese elende Maskerade sein lässt. Die Welt dreht sich nicht um dich, Schätzchen, so gut sich dieser Gedanke auch anfühlt. Komm’ endlich klar.

In all ihrer Nicht-Existenz

Träume nicht, heißt es, lebe, murmele ich vor mich hin, während mir der Geheimdienst erklärt, wie sehr sie meine Mithilfe in einem hochanspruchsvollen Fall brauchen. Ich schüttele kräftig den Kopf. Der Mann, der mir entgegenläuft, schaut mich an, als sei ich wahnsinnig, woraufhin ich ihm lachend zunicke und in den schwarzen Wagen der Agenten steige. So ein Schwachsinn, murmele ich und schaue mir die Akten an, die mir die unbekannten Geheimen entgegenreichen. Leben ohne zu träumen, das reduziert das Leben doch auf alles Erreichbare. Ich binde mir die Haare zu einem Zopf und blättere in der Geheimakte. „In all ihrer Nicht-Existenz“ weiterlesen

Melisse

Im Nebel steht sie aufrecht, still
Ihr Blick ist leer und kalt
Die Hand, sie schwebt vor ihrer Brust
Als suche sie nach Halt.

Leicht ist ihr Kopf zur Seit’ gebeugt
Ihr Haar ist ungebunden
Die Augen ruh’n auf Nichts, nur Grau
Des Nebels schwere Stunden.

Der Wind, er lässt ihr all die Ruhe
Macht’s ihr gleich und steht ganz still
Die Nacht, sie schützt vor Blicken sie
Sie steht so da, wie sie es will.

Und einmal doch, da blinzelt sie
Hinein ins Ungewisse.
Die Hand gesenkt, die Lippen weich,
Die Nase riecht Melisse.

 

Titellos

Lieber Gerd,

Nein, das ist kein musischer Moment und dennoch reizt es mich ihn nutzen zu wollen. Meine Finger gleiten über die Tastatur, als seien sie angebundene Tiere, die sich von ihren Fesseln losreißen wollen. Auf eine gewisse Weise sind es auch Ketten, die sich um meinen Geist legen, der immer wieder in meine Finger pustet und hofft, dass die Zuckungen Worte ergeben. Noch 26 Prozent Akku. Nein, das ist kein musischer Moment und dennoch sitze ich hier und will ihn festhalten. Mir steigt der Duft von einem Gemisch aus Alkohol und Putzmittel in die Nase. Der Boden ist noch nass vom Wischen. Meine Tasse Tee steht fast unberührt und kalt auf dem Tisch neben mir und schaut mich an. „Titellos“ weiterlesen